Wild campen Portugal. Gesetze und Vorschriften.

Wild Campen Portugal

Claire Rozzo

Owner of Siesta Campers

Kann ich in Portugal wild campen?

  1. Nein, wild campen ist seit der Einführung des neuen Gesetzes Decreto-Lei n.º 102-B/2020 in Portugal verboten. Das bedeutet, dass die Polizei eine sofortige Geldbuße von 250 bis 600 € verhängen kann.
  2. Entlang der portugiesischen Küste und im Landesinneren gibt es zahlreiche Campingplätze. Aufgrund der hohen Nachfrage eröffnen jedes Jahr neue Campinglätze.
  3. Turismo de Portugal gibt Auskunft über legale Übernachtungen, sogenannte ASA's. Für ein paar Euro pro Nacht kann man seine Toilette und Schmutzwasser entleeren und die Batterien aufladen.
  4. Neue Projekte wie z.B.: homecamper, vanlifelocation campspace  und  PORTUGAL EASYCAMP erlauben Privatanbietern, ihr eigenes Grundstück und Einrichtungen wie auf einem Campingplatz anzubieten. Ein paar davon sind echte Fundstücke und bieten eine ganz neue Art des Reisens.

Allein die Vorstellung von Wildcamping bringt ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer mit sich. Nacktbaden im See, Feuerholz für das abendliche Lagerfeuer sammeln, durch die Wälder streifen und dabei auf keine Menschenseele treffen – wer mag das nicht? Es gibt zwar ein neues Gesetz, aber das bedeutet nicht, dass man auf den Genuss von Freiheit und Wildnis nun ganz verzichten muss, besonders angesichts der neu entstehenden Vielfalt von Campingplätzen.

Wildcampen bedeutet in Portugal für gewöhnlich von der Hauptstraße abzubiegen und dann, der Park 4 Night App folgend, einen dubiosen, kurvigen Feldweg hinunter zu zuckeln bis man plötzlich an jenem idyllischen Traumspot ankommt, den man auf Instagram so oft bewundert hat. Auf einmal steht man vor einem menschenleeren Strand mit wundervoller Aussicht auf das Meer. Und all das ganz umsonst, ohne einen Cent dafür zu zahlen…aber das stimmt leider so nicht. Die ökologischen Folgen lassen sich nicht verleugnen und das Land braucht Zeit um sich davon zu erholen.

 

Top wilde campingplätze in Portugal.

Vor 10-20 Jahren war wildes Campen eine harmlose Angelegenheit. Der Großteil der furchtlosen Abenteurer, die die ausgetretenen Pfade verlassen haben, waren Hippies und Surfer, die ihre eigenen kleinen Schaufeln mitbrachten um damit ihr Geschäft ordentlich zu vergraben. Es waren wenige und sie waren nicht auf der Suche nach einem flüchtigen, billigen Urlaub, einem Werbetrip für die Instagram Karriere oder ein wenig Spaß im Überbrückungsjahr, sondern für sie war das Leben im Einklang mit der Natur eine bewusste Lebensform. Sie verursachten kaum Plastikabfälle und gaben sich Mühe, ihren Wildcamping Platz sauberer zu verlassen, als sie ihn vorgefunden haben. Wir wollen damit nicht sagen, dass es heute keine umweltbewussten Camper mehr gibt. Aber es ist höchste Zeit, diesen Geist in allen Campern wiederzubeleben, in ihnen das Bewusstsein für ein harmonisches Zusammenleben mit der Natur hervorzurufen und sie dazu zu bringen, eine aktive Rolle in der Erhaltung unserer wunderschönen natürlichen Lebensräume einzunehmen. Wir geben euch dafür Müllbeutel mit auf den Weg. Bitte sammelt euren Müll in diesen Beuteln, lasst ihn nicht liegen sondern nehmt ihn mit und entsorgt ihn in Mülltonnen, damit die Landschaft, Strand und Meer frei von Abfall und Plastik bleiben. Das macht keine Mühe und sorgt dafür, dass es unserer Umwelt und damit uns allen gut geht.

 

Umweltfaktoren

 

Vor dem Einzug der sozialen Medien wurden traumhafte Sonnenuntergangsplätze nicht umgehend einem Millionenpublikum mitgeteilt, wie das heute der Fall ist. Eine neue Art von Wild-Campern besetzt die Natur ohne jegliche Rücksichtnahme auf die empfindlichen Ökosysteme, die sie umgeben. Sie bleiben tagelang am selben Ort und verursachen dabei so viel Plastikmüll und Abfall, dass sie diese draußen lagern müssen um den Gestank nicht im Campingbus ertragen zu müssen. Als nächstes kommen dann die Füchse und streunenden Hunde, die auf der Suche nach leichter Beute die Müllbeutel aufreißen und den Inhalt in der Landschaft verteilen. Die einst idyllischen Fleckchen und, tragischerweise, unsere Meere werden verschmutzt und zerstört. Eine fatale Entwicklung.

In unseren Campern gab es chemische Toiletten immer schon inklusive und sie sind auch heute noch im Preis eingeschlossen. Leider haben viele kleinere Camper kein Bad oder Toilette, also verrichten die Leute ihr Geschäft eben hinterm Gebüsch. Wenn das aber 100 Leute machen, sieht das idyllische Fleckchen schon bald nicht nur wie der Toilettenbereich bei Musikfestivals aus, sondern es riecht auch so.

 

Portugal wildes campen und die natürliche Umgebung.

Zu den Umweltbedenken beim Wildcampen in Portugal hat sich in jüngster Zeit der massenhafte Ansturm von großen Wohnmobilen gesellt, die sich voneinander angezogen fühlen, wie die Motten vom Licht und kleine ländliche Parkplätze über Nacht in riesige Campingplätze verwandeln. Diese Fahrzeuge nehmen meist gleich mehrere Parkplätze in Beschlag, schamlos auf Ausgleichskeilen abgestellt, die Satellitenschüssel auf die Heimatsender ausgerichtet, ohne jegliche Einrichtung zur Entsorgung ihrer Abfallprodukte in der Nähe. Plätze, die für einen solchen Zweck nicht vorgesehen waren und die einem derartigen Übergriff unmöglich standhalten können, erregen vermehrt die Aufmerksamkeit der örtlichen Gemeinden, die zu Recht Alarm schlagen.

 

Auswirkungen des Wildcampens auf örtliche Gemeinden

 

Die einheimische Bevölkerung, die an der Westküste Portugals lebt, hat den Eindruck, dass ihre Hilferufe im Umgang mit diesem Problem bisher auf taube Ohren gestoßen sind. Die Gemeindeverwaltungen sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Einnahmen durch die Winterbesucher und den schädlichen Auswirkungen eines unregulierten Tourismus auf ihre Heimat.

Es ist kaum zu leugnen, dass der Zustrom von Touristen eine sehr lebendige Szene an der Westküste geschaffen hat. Bars und Cafés haben für ein neues internationales Flair gesorgt, welches eine neue, jüngere Generation von Menschen in diese Gegend gezogen hat, die Arbeitsplätze und neue Einnahmequellen mit sich brachten. Die soziale und wirtschaftliche Struktur der einst einsamen und verlassenen Westküste wurde wiederbelebt. Zuvor glich die Gegend im Winter einer Geisterstadt und die kurze Sommersaison reichte zur Unterhaltung der meisten Geschäfte nicht aus. Es wäre verheerend, wenn diese Gegend wieder ausschließlich von einer alternden Bevölkerung bewohnt würde, mit geschlossenen Cafés, Bars und Geschäften.

 

Kleine portugiesische Gemeinde, die von wildem Camping betroffen ist.

Viele Leute fragen „warum sorgt die Regierung nicht für Einrichtungen wie Toiletten, Mülltonnen etc.?“

Tatsache ist, dass alle die Westküste gerade aufgrund ihrer Wildheit lieben. Ihr Status als Naturschutzgebiet verbietet den Bau von aneinander gereihten Hotels, wie das an vielen Orten der Algarve und in Spanien der Fall ist. Diese Naturschutzparks sind nicht dafür geschaffen um darin zu parken oder zu leben. Aufgrund von Umweltbedenken ist es in diesen Gebieten äußerst schwierig, an Baugenehmigungen zu kommen. Die portugiesische Tourismusbehörde Turismo de Portugal hat jedoch mit dem rasanten Zulauf Schritt gehalten und mit Hilfe von EU-Mitteln kostengünstige Parkmöglichkeiten mit Einrichtungen zum Entleeren von Toiletten und Auffüllen von Wasser geschaffen. Hier erfährst du mehr: ASA's

Viele portugiesische Verbände, darunter der Verband der Wohnmobilvermieter, haben sich bei der Regierung dafür eingesetzt, dass mehr Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden und dass das Campen an öffentlichen Orten für bis zu 48 Stunden erlaubt wird. Es gibt diesbezüglich sehr positive Debatten. Sobald es neue Entwicklungen gibt, werden wir an dieser Stelle darüber berichten.


Portugal ist ein sehr dünn besiedeltes Land. Es ist leicht, sich in abgelegenen Gegenden zu verlieren und dann einfach die Nacht dort zu verbringen, wo man scheinbar eher auf eine Wildschweinfamilie als auf einen Polizisten trifft. Die Polizei ist im Allgemeinen zwar sehr freundlich und bittet einen vielleicht einfach nur weiterzuziehen, aber es besteht immer die Gefahr, eine Geldstrafe von bis zu 250 € zu kassieren. Warum also das Risiko eingehen, wenn es so viele tolle Alternativen gibt? 

Wohnmobilstellplatz mit modernen Annehmlichkeiten


Alternativen zum Wildcampen in Portugal

 

Wir bei Siesta freuen uns riesig über die Schaffung neuer Projekte, bei denen der Wunsch nach Freiheit und Abenteuer in Harmonie mit der örtlichen Bevölkerung und der natürlichen Umwelt ausgelebt werden kann. Diese kulturell bereichernden Erfahrungen gibt es zu einem sehr günstigen Preis:

  1. Campspace - Entdecke Mini-Campingplätze in deiner Nähe 
  2. Private Campingangebote, Gärten und Innenhöfe zur Miete - homecamper
  3. PORTUGAL EASYCAMP bietet die Möglichkeit, auf Bauernhöfen und Weingütern zu übernachten und einen schönen Stellplatz mit Weinverkostungen und anderen aufregenden Erlebnissen zu verbinden.
  4. ASA's - Örtliche Gemeinden stellen gut platzierte Stellplätze mit einfachen Einrichtungen zur Verfügung, damit Camper einen Abend durch die Altstadt ziehen können. Diese Plätze kosten nur ein paar Euro.

Vermeiden Sie wildes Zelten, indem Sie Ihren Wohnmobil bei einer ASA parken

 

4 Gründe warum wir es für wichtig halten, auf einem Campingplatz oder in für Camper ausgewiesenen Bereichen zu übernachten

  1. Die wunderschönen natürlichen Lebensräume an der Westküste werden zunehmend geschädigt. Empfindliche Ökosysteme, einschließlich Sträucher und Fauna, werden von Fahrzeugen plattgewalzt, die auf der Suche nach Stellplätzen weit ins Unterholz fahren.
  2. Indem du auf einem Campingplatz übernachtest, hilfst du der örtlichen Bevölkerung. Campingplätze werden von Einheimischen betrieben, sie beschäftigen Mitarbeiter aus der Region und für die Instandhaltung sind ansässige Firmen zuständig.
  3. Respektiere die Einheimischen. Sie haben beobachtet, wie sich die wilde Naturlandschaft, in der sie aufgewachsen sind und die sie so sehr lieben, in einen kostenlosen Parkplatz verwandelt hat, während sie selbst nicht neben dem Strand parken können.
  4. Du denkst vielleicht, dass dein Camper mit seinem vollbepackten Dachgepäckträger und den Extreme-Off-Road-Reifen super cool aussieht (er ist schließlich dein Zuhause, da ist es ganz normal, dass du stolz auf dein Handwerk bist). Wir persönlich mögen seinen Anblick auch. Damit hat alles für uns angefangen. Für alle anderen sieht er jedoch aus wie ein 3-Tonnen schwerer Lieferwagen, der das letzte Mal vor 10 Jahren gewartet worden ist. Es tut uns leid, das so sagen zu müssen, aber er ruiniert das Aussehen dieser wunderbar wilden Naturlandschaft.

Fazit

 

Als eine führende Camper-Vermietung in Portugal ist uns bei Siesta bewusst, dass es auch in unserer Verantwortung liegt, unsere Gemeinde in die richtige Richtung zu lenken. Es fängt damit an, dass wir unsere Kunden bitten, das Land und die Menschen, die hier leben, zu respektieren, bevor wir ihnen den Camper übergeben. Wir stellen Reiseführer zur Verfügung und schlagen hübsche Campingplätze und innovative Projekte, die sich für den Naturschutz und Ökotourismus einsetzen, vor. Wir organisieren Strand- und Naturparksäuberungen und verbreiten das Bewusstsein für richtiges Camping Verhalten. Zudem untersuchen und beteiligen wir uns derzeit an mehreren Aufforstungsinitiativen und haben mit der Umstellung unserer Flotte auf elektrischen Antrieb begonnen, um so unsere Auswirkungen auf die Umwelt weiter zu minimieren. Falls auch du dich engagieren möchtest, folge uns bitte in den sozialen Medien und abonniere unseren Newsletter. Wir können und wir müssen besser werden. Bist du dabei?

Machen Sie einen lustigen Camperurlaub in Portugal, indem Sie wildes Zelten vermeiden.

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