Die Sehnsucht nach dem Unterwegssein

Loyd Rozzo

Owner of Siesta Campers

Martha, einer der originalen Siesta Campers-Transporter.

Siesta Campers begann lange bevor unser erster Campervan jemals vermietet wurde.

1999 machten wir uns in einem umgebauten 4x4-Truck auf den Weg, den wir in ein kleines, aber wunderschönes Zuhause auf Rädern verwandelt hatten. Wir lebten unterwegs, zogen von Festival zu Festival und durch enge Gemeinschaften von Reisenden in ganz Europa. Vanlife war damals noch kein Begriff – es war einfach unsere Art zu leben.

Schon Jahre zuvor, irgendwo zwischen Granada und der Algarve, hatten sich unsere Wege – und unsere Zukunft – ganz leise gekreuzt. Claire, Künstlerin und Lehrerin mit Ausbildung in Bildender Kunst und englischer Literatur, lebte in ihrem Truck, auf dessen Dach ein mobiler Keramikofen befestigt war. Ich selbst hatte bereits drei Jahre auf der Straße verbracht, als Straßenmusiker unterwegs und reisend in einem alten Bus. Nicht lange danach tauschten wir unsere jeweiligen fahrbaren Zuhause ein und machten uns gemeinsam in unserem leuchtend gelben Truck auf den Weg. Von diesem Moment an begann ein neues Abenteuer – eines, das bis heute alles prägt, was wir tun.

Ein Besuch in Portugal veränderte alles.

Angezogen von der Freiheit, der Kreativität und dem langsameren Lebensrhythmus tauchten wir schnell in die lokale Gemeinschaft ein. Wir lebten auf der Olivenfarm eines Freundes und träumten davon, etwas Dauerhaftes aufzubauen. Schließlich entdeckten wir ein verlassenes Dorf in der Nähe von Tavira und begannen, eine 150 Jahre alte Ruine zu restaurieren. Dieser magische Ort wurde unser Zuhause, in dem wir unsere Kinder großzogen – umgeben von Tieren und wilder Landschaft.

Loyd und Claire blicken über die sanften Hügel, wo sie ihr Haus gebaut haben.


In dieser Zeit begannen wir, überall in der Algarve verlassene VW-Camper zu entdecken – versteckt auf Feldern, in Gärten abgestellt oder auf Schrottplätzen vergessen. Viele trugen noch die Spuren einer bestimmten Ära: Surfkarten an den Wänden, alte Leashes und persönliche Gegenstände, zurückgelassen von Surfern, die seit den 1970er-Jahren gen Süden reisten. Diese frühen Pioniere prägten Portugal als Surf-Destination maßgeblich. Uns wurde klar, dass diese Vans mehr waren als nur Fahrzeuge – sie waren Stücke kultureller Geschichte, die still darauf warteten, wieder zum Leben erweckt zu werden.


Inspiriert davon restaurierten wir unseren ersten VW-Camper unter dem Johannisbrotbaum in unserem Garten.

Aus einem Van wurden schnell viele. Freunde gaben uns Hinweise auf weitere vergessene VW-Busse, und ihre Restaurierung wurde zugleich süchtig machend und zutiefst erfüllend.

Loyd und Claire blicken über die sanften Hügel, wo sie ihr Haus gebaut haben.


2007 wurde Siesta Campers mit gerade einmal drei Vans geboren.

Der Erfolg stellte sich sofort ein. Die Menschen liebten die Idee, langsam und bewusst zu reisen, Teil der fortlaufenden Geschichte eines klassischen VW-Campers zu werden und dabei die sanften Landschaften der Algarve zu entdecken. In den ersten Jahren restaurierten wir rund 15 Busse und gaben jedem einen Namen – inspiriert von früheren Besitzern oder Hinweisen, die wir im Inneren fanden.

Eine Ruine mitten im Nirgendwo in ein Zuhause zu verwandeln, sich um kleine Kinder zu kümmern und gleichzeitig ein junges Unternehmen aufzubauen, war nicht einfach. Wir machten viele Fehler – und ja, gelegentlich flogen auch Schraubenschlüssel. Wir arbeiteten Seite an Seite: schweißten, bauten Innenräume aus, und Claire packte immer mit an, bis hin zum Austausch und zur Reparatur von Motoren – stets mit Respekt vor den Originalen und den Geschichten, die sie in sich trugen.

Diese Philosophie leitet uns bis heute.

Wir ehren diese Zeit, indem wir Vans mit natürlichen Materialien, durchdachtem Design und echtem Handwerk bauen – ohne Abkürzungen. Jeder Siesta Camper ist dafür gemacht, darin zu leben, ihn zu lieben und eine tiefere Verbindung zur Straße zu schaffen.

Loyd repariert einen Wohnwagen.


Für uns war das nie einfach nur ein Geschäft.

Es ist die Fortsetzung eines Lebens, das wir vor langer Zeit gewählt haben – geprägt von Freiheit, Kreativität und dem Glauben daran, dass Reisen unsere Verbindung zu uns selbst, zu anderen und zur Natur vertiefen kann.